ES GRÜNT SO GRÜN ...GREENWASHING IN DER MODEINDUSTRIE

TEXT Marlene Charissé und Vanessa Bonus

Laut Duden ist Greenwashing „der Versuch von Firmen, sich durch Geldspenden für ökologische Projekte (und) PR-Maßnahmen (...) als besonders umweltfreundlich darzustellen.“ Als Konsumenten werden wir täglich mit solchen Lügen konfrontiert. Hier gilt: Genau hinsehen statt leichtfertig glauben. Um besser zu erkennen, welche Märchen uns die Modeindustrie täglich auftischt, kommen hier die sieben Sünden des Greenwashings:

Diese Sünden des Greenwashings sind offensichtlich immer noch weit verbreitet in der Modebranche. Mario Dziamski, Gründer von Rank a Brand, hat im Zuge des „FeelGoodFashion Reports“ 2014 bei einer Vielzahl von Herstellern Greenwashing festgestellt. Demnach liegt bei 30 Prozent der Modemarken, die in irgendeiner Form Nachhaltigkeit beanspruchen, der Verdacht nahe, dass Nachhaltigkeit nicht substantiell, sondern vorrangig kommunikativ gemeint ist. „Bringen Sie Ihre gebrauchte Kleidung in ausgewählte H&M-Geschäfte. Für jede Tüte mit Kleidung,

die Sie uns bringen, erhalten Sie einen Rabattgutschein für Ihren nächsten Einkauf“, so warb H&M zur World Recycling Week im April 2016. Die weit verbreitete Fast-Fashion Firma, die selber für einem Überfluss an kostengünstiger Kleidung sorgt, will damit paradoxer Weise Ressourcen schonen. Mit Hilfe eines grünen Images kurbelt sie aber tatsächlich den Umsatz weiter kräftig an. Clever, aber nicht überzeugend nachhaltig!

KLEINE
VERBESSERUNGEN
SIND IN SICHT

Trotz alledem ist eine positive Veränderung sichtbar. H&M sowie C&A wollen beide in der nahen Zukunft hauptsächlich auf Bio-Baumwolle setzen. Dennoch müssen sie noch vieles verbessern. Ihre Kampagnen zeigen deutlich, dass der öffentliche Druck auf die Unternehmen wächst, ihre Produktion auf Nachhaltigkeit umzustellen. Ökologisch und fair produzierte Kleidung sowie Transparenz in der Produktionskette sollten wirklich und selbstverständlich sein und keine falschen Tatsachen vortäuschen.

Wir als Kunden haben dabei die Verantwortung, aufmerksam zu sein und uns zu informieren, um zukünftig nicht auf die Marketing-Tricks des Greenwashings hereinzufallen.