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Fairnica

Fair Fashion tragen, ohne sie kaufen zu müssen – das wünschte sich die Hernerin Nicola Henseler und gründete ein Start-Up zur Vermietung fair produzierter Kleidung. Denn für sie ist klar: „Die KonsumentInnen können sich nur anders verhalten, wenn es ein entsprechendes Angebot gibt.“

TEXT Merle-Marie Dornbracht

 

Fair Fashion tragen, ohne sie kaufen zu müssen – das wünschte sich die Hernerin Nicola Henseler und gründete ein Start-Up zur Vermietung fair produzierter Kleidung. Denn für sie ist klar: „Die KonsumentInnen können sich nur anders verhalten, wenn es ein entsprechendes Angebot gibt.“

„Wir verbinden Capsule Wardrobe mit Fair Fashion, Sharing Economy und Second Hand“, erläutert Geschäftsführerin Nicola Henseler das innovative Konzept. Denn bei Fairnica wird Kleidung nicht verkauft, sondern als sogenannte „Kapsel“, eine Mini-Kollektion vermietet. Eine Kapsel beinhaltet fünf bis acht Kleidungsstücke, die mit Basics (schwarzer und blauer Jeans sowie schwarzem und weißem T-Shirt) zu garantiert mindestens 30 verschiedenen Out ts kombiniert werden können.

Die Kapseln werden von verschiedenen Stylisten aus Bekleidung diverser Fair Fashion-Labels wie etwa Thokk- Thokk, Lanius, Lovjoi und Greenbomb individuell zusammengestellt. Zur Zeit gibt es drei verschiedene Damen-Kapseln (Gr. XS-XL) sowie eine für Herren (Gr. S-XL), im Herbst werden weitere hinzukommen.

Nachhaltig im Trend

Angefangen hatte alles mit Nicolas Blog www.fairnica.com, auf dem sie 2017 begann, über Nachhaltigkeitsthemen zu schreiben. Bald fokussierte sie sich auf Fair Fashion und hatte die Idee, monatlich eine Auswahl an Kleidungsstücken vorzustellen, die untereinander kombinierbar sind und aus denen einen Monat lang verschiedene Outfits kreiert werden können.

Ihr Mann und einige Freunde schlossen sich dem Projekt an und die Bilder der Kapseln wurden auf dem Blog hochgeladen. Aus der Blog-Idee wurde ein Start-Up, als Fairnica im April 2018 den 4. Platz des Senkrechtstarter-Gründerwettbewerbs sowie den Nachhaltigkeitspreis der GLS-Bank gewann.

Kapseln to go

Besonders beliebt waren die Kapseln bisher, um sie mit auf Reisen zu nehmen. Daneben sind sie auch bestens geeignet, um verschiedene Fair Fashion-Labels kennenzulernen und die Kleidungsstücke im Warenwert von bis zu 600 Euro je Paket für einen Bruchteil des Preises ausprobieren zu können – also perfekt für diejenigen, denen Fair Fashion bisher immer zu teuer war.

Wer eine der Kapseln mieten möchte, kann seine Bestellung auf der Webseite aufgeben. Die Ware wird per Post verschickt, kann aber auch vor Ort in Herne abgeholt und zurückgebracht werden. Der Mietzeitraum beträgt zu Beginn wahlweise ein bis drei Monate und kann auf insgesamt maximal sechs Monate verlängert werden. Wer ein halbes Jahr für die Kapsel gezahlt hat, darf sie behalten.

Stand 2018

Fotos: Fairnica/stylephotosde