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Rackerstube

Viel mehr als ein Laden: Die Rackerstube in der Dortmunder Nordstadt bietet nicht nur selbst produzierte Kinderkleidung an. Gleichzeitig eröffnet sie Jugendlichen neue Perspektiven.

Münsterstraße 103,

44145 Dortmund

www.gruenbau-dortmund.de

TEXT Jasmin Assadsolimani

Das soziale Projekt wurde 2015 von der GrünBau GmbH und der dobeq GmbH ins Leben gerufen. Ziel der Rackerstube ist es, junge Erwachsene zu unterstützen, die auf dem regulären Bildungsweg mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Chantal Baumann, Verkaufsleiterin und Schneidermeisterin, leitet die Jugendlichen in der Rackerstube an. „Die TeilnehmerInnen hatten es oft schwer im Leben und sollen hier den Anschluss wiederfinden. Sie lernen, wie ein normaler Arbeitsalltag abläuft, sollen hier wachsen, selbstständig werden und Verantwortung übernehmen“, erklärt sie. Ein normaler Arbeitsalltag beginnt für die insgesamt 17 Jugendlichen um 7:45 Uhr und endet um kurz nach 16:00 Uhr. Sie werden in allen Bereichen des Einzelhandels und der Produktion geschult: Die jungen Erwachsenen betreuen die KundInnen in Verkaufs- und Beratungsgesprächen, bedienen die Kasse, kümmern sich um die Inventur und stellen Bekleidung, Taschen und andere Produkte her. Für viele TeilnehmerInnen ist es das erste Mal, dass sie an einer Nähmaschine sitzen. Anfangs haben die Jugendlichen Berührungsängste und trauen sich wenig zu. „Das geht jedoch schnell weg. Viele entwickeln dann eine richtige Leidenschaft und wollen sich später selbst eine Nähmaschine kaufen“, erzählt Chantal. Gefertigt werden unter anderem Lätzchen oder sogenannte Rackerpuppen, das Markenzeichen des Ladens. Auch Nähaufträge übernimmt die Rackerstube. Die Jugendlichen fertigen nach Wunsch der KundInnen aus mitgebrachten Stoffen individuelle Kleidungsstücke und Accessoires an.

 

Die Rackerstube möchte wirklich jedem Kunden gerecht werden

 

Neben den selbstgemachten Produkten finden sich im Sortiment auch Second-Hand-Artikel, die der Initiative meist gespendet werden. Gerne nimmt die Rackerstube nicht mehr gebrauchtes, aber gut erhaltenes Spielzeug und Kinderkleidung an. Gerade letztere könne man gut aus zweiter Hand kaufen, findet Chantal. Da KIeinkinder schnell wachsen, sind die Kleidungsstücke meist wenig getragen und gut erhalten. In der Rackerstube ist alles zu sehr günstigen Preisen erhältlich: Ein Lätzchen kostet gerade mal 1,50 Euro, eine Rackerpuppe 2,50 Euro. Erschwinglich will die Rackerstube für alle KundInnen sein: „Wir wollen Leuten, die weniger Einkommen haben, trotz allem eine Möglichkeit bieten, nachhaltig einzukaufen. Sie sollen lieber zu uns statt zu einer Billigmarke gehen, bei der sie die Kleidung vielleicht für denselben Preis, aber unter schlechteren Produktionsbedingungen bekommen.“

 

Münsterstraße 103, 44145 Dortmund

www.gruenbau-dortmund.de

 

Stand: 2019