TEXT Linda Gerolstein

Zum Klischee der heutigen Frau gehören volle Einkaufstüten, volle Einkaufstüten mit den neusten Blusen, verführerischer Unterwäsche oder schicken Schuhen. Alles neu macht die Frau. Doch immer häufiger sind ihre Einkäufe gar nicht mehr neu. Denn neben Shops mit fair produzierter Kleidung gibt es auch eine zweite Möglichkeit, um nachhaltiger leben zu können. Secondhand lautet die Sensation. Schon seit jeher wurde alte Kleidung wiederverwendet und von mehreren BesitzerInnen nacheinander aufgetragen. Erst mit zunehmendem Wohlstand der westlichen Gesellschaften wurde Bekleidung einfach weggeworfen. Erst in jüngster Zeit ist der Aspekt der Mehrfachverwertung als bewusst nachhaltige Strategie wieder auf die Tagesordnung gerückt.

 

“Alt” kaufen ist die Lösung

 

Das Prinzip Secondhand: Kleidung, die noch ihren Zweck erfüllt und eben nicht mehr verschwenderisch entsorgt wird. Denn heutzutage werden massenweise neue Kleidungsstücke gekauft. Doch anstatt wieder „neu“ zuzuschlagen, kann man auch „alt“ kaufen. Secondhand Läden bieten gut erhaltene Sachen an, die ihre neuen BesitzerInnen genauso glücklich machen können wie ein nagelneues T-Shirt und auch noch preiswert sind. So entsteht ein Kreislauf, um einen bewussteren Lebensstil zu entwickeln. That‘s it!

 

„Ich habe immer selber meine Sachen im Secondhand Laden abgegeben.“ – Nina Corbo

 

Im Süden von Essen findet man eine Boutique, die auf den ersten Blick gar nicht nach Second-hand aussieht. „Grace“ heißt das Geschäft von Nina Corbo. In entspannter Boutique-Atmosphäre bietet die Storebesitzerin Damen- und Kinderkleidung an. Von H&M und C&A bis hin zu Gucci und Prada – im Laufe der Zeit spezialisierte sie sich nicht nur auf Designermode, sondern nahm auch mittelpreisige Produkte in ihr Sortiment auf. Von der vornehmen Louis Vuitton-Tasche bis hin zum sportlichen Alltags-look – Grace goes great!

 

Die Grace Besitzerin wählt gezielt aus

 

Nina Corbo freut sich über KundInnen, die etwas kaufen. Vor allem aber über KundInnen, die etwas verkaufen wollen. Nach Terminvereinbarung begutachtet sie alle Kleidungsstücke, die sie später in ihrem Laden anbieten möchte. Gut erhalten müssen sie sein, nicht älter als zwei Jahre und zum Stil von Grace passen. Und ge- nau deshalb hebt sie sich von den anderen ab. Viele verbinden einen Secondhand Shop direkt mit alten und muffig riechenden Klamotten. Weit gefehlt. Das muss nicht sein. „First class secondhand fashion“ – so nennt Nina Corbo ihr Angebot. Und recht hat sie.

 

Rellinghauserstraße 174, 45136 Essen

www.grace-secondhand.de

 

Stand: 2019