TEXT Carolina Abalos

Elsbeth & ich scheint auf den ersten Blick ein liebevoll konzipierter Stoff- und Zutatenladen mit integriertem Nähatelier zu sein. Dahinter steckt jedoch mehr, nicht nur, weil hier ökologische produzierte Stoffe verkauft werden: „Hier kommen Generationen zusammen“, erzählt die Inhaberin Margarete Knebel-Sollmann. Sie führt das „Stofflädchen“, wie sie es nennt, seit acht Jahren gemeinsam mit ihrer Tochter Charlotte. Aufgaben und Arbeitsbereiche sind voneinander getrennt, aber Entscheidungen werden zusammen getroffen. All dies scheint sich zu einem kreativen und integrativen Nachhaltigkeitskonzept zu vereinen.

 

Nachhaltigkeit steht an oberster Stelle

 

Aus der Leidenschaft zum Nähen ist der Schritt zur Selbstständigkeit entstanden. Begonnen hat sie auf überschaubaren 40 Quadratmetern. Der damalige Laden lag unweit ihrer heutigen Stoffboutique. Die Chance, sich zu vergrößern, und die Idee, ein Nähatelier hinzuzufügen, kamen zufällig. Gezögert hat die Inhaberin damals nicht: „Man muss warten und die Gelegenheit packen“. Nachhaltigkeit hat in der Firmenphilosophie von Beginn an höchste Priorität. Der Konzeptladen unterstützt regional ansässige Hilfsorganisationen: Menschen, die von dem Sozialsystem nicht aufgefangen werden konnten, nähen Einkaufsbeutel aus Bettwäsche und Tischdecken. Das hat nicht nur eine ökologische, sondern auch soziale Relevanz. Einkaufstüten werden aus Werbemagazinen gefaltet und die Versandware nur mit gebrauchten Kartonagen aus der Nachbarschaft verpackt. Um auch den Verschnitt so gering wie möglich zu halten, werden selbst kleinste Stoffreste weiter verwendet – daraus werden zum Beispiel kleine Taschen für Nähzubehör gefertigt.

 

Bei der Qualität wird genau hingeschaut

 

Mutter und Tochter haben hohe Qualitätsansprüche. Es werden viele regionale, in Westfalen produzierte Stoffe angeboten. Zwar sind bislang nur 15 Prozent des Sortiments mit Siegeln wie z.B. GOTS versehen, doch dieser Anteil soll zukünftig erweitert werden. Ökologische und faire Produktionen werden unterstützt, um damit auch kleine Unternehmen zu fördern. Geordert wird deshalb weltweit, aus Produktionsländern wie Japan, England und Frankreich. Es spricht für sie nichts dagegen, auch Tencel, Modal und Viskose, also Fasern auf Zellulosebasis zu führen. Doch ist es Margarete und Charlotte wichtig, nicht die üblichen Waren geringer Qualität aus Billiglohnländern anzubieten.

 

Zum Konzept zählt auch das sogenannte “Do It Yourself”-Nähatelier. „Nähen ist eine ganz nachhaltige Sache, weil man viel mehr Wertigkeit in die Ware legt, wenn sie selbst gemacht wird“, erzählt Inhaberin Margarete. „Es ist ein langsamer Prozess der Entstehung meines Kleidungsstücks.“ Daher kann man im Atelier des Ladens einen Nähplatz mieten und selbst ans Werk gehen; entweder selbstständig oder mit der Unterstützung ausgebildeter Schneider- und Schnittdirektricen. Auch Nähkurse finden regelmäßig statt.

 

Elsbeth & ich soll alle Generationen prägen

 

Das Sortiment ist sowohl im Bochumer Store als auch über den eigenen Online-Shop verfügbar. Zukünftig soll die nächste Generation den Laden weiterführen, damit der Nachhaltigkeitsgedanke fortgeführt und das Konzept weiter ausgebaut werden kann.

Brückstr. 18, 44787 Bochum

www.elsbethundich.de

 

Stand: 2019