NATURKOSMETIK

Naturkosmetik 

Die Naturkosmetik gibt sich „green”. Aber wie sauber ist die tägliche Körperpflege wirklich?

 

TEXT David Költgen 

Händewaschen, duschen, rasieren, eincremen – jeder Mensch benutzt tagtäglich Kosmetik. Doch wissen viele gar nicht, was in den Produkten verarbeitet wurde. Das Resultat: Unwissenheit über die Auswirkungen der Inhaltsstoffe bei der Anwendung und in der Herstellung. Giftstoffe, Tierversuche, Mikroplastik, Hormone – die Kosmetikindustrie ist nicht so „grün”, wie sie behauptet. Dennoch steigt die Nachfrage zu gesünderen und nachhaltig verpackten Beauty-Produkten stetig.

Aber was genau versteht man eigentlich unter Naturkosmetik?

Ganz einfach: Es handelt sich um eine Produktgruppe, bei der aus der Natur gewonnene Bio-Inhaltsstoffe genutzt werden. Essenziell dafür sind natürliche Rohstoffe wie Arganöl, Sojaöl, Sheabutter oder auch Bienenwachs. Die Produktion ist dabei frei von Tierversuchen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Draußen bleiben unter anderem aromatische Farbstoffe, radioaktive Bestrahlung, synthetische Fette, Öle und Silikone. Geprüft und zertifiziert werden die nachhaltigen Kosmetikprodukte von Siegeln wie BDIH, Ecocert, Demeter, Eco Control oder Vegan.

Vorsicht vor Greenwashing 

Nur weil eine Verpackung die Wörter „Bio” oder „nachhaltig” enthält, heißt das noch lange nicht, dass das auch stimmt. Denn diese Begriffe sind in der Kosmetik nicht geschützt und viele Hersteller nutzen genau das aus: Greenwashing. Eine dreiste Strategie. Die Unwissenheit der KonsumentInnen wird ausgenutzt. Die als nachhaltig deklarierten Leistungen des Produkts oder Unternehmens sind frei erfunden. Aber das will der Hersteller natürlich nicht auf die Verpackung schreiben. Mit dem Naturtrend lässt sich nämlich gutes Geld verdienen. Demnach ist es umso wichtiger, sich über den Hersteller genau zu informieren, bevor man zum Produkt greift.

Auf der anderen Seite verzichten manche Unternehmen auf eine Zertifizierung, obwohl ihre Produkte den Kriterien echter Naturkosmetik entsprechen. Grund: zu hohe Kosten. Für genau solche unklare Fälle gibt es die App “ToxFox”. Mit ihrer Hilfe lassen sich rund 60.000 Produkte checken. Eine modernere Variante ist “Codecheck”. Das Prinzip ist gleich, jedoch wird hier auch auf Allergien hingewiesen.

Aber wo findet man zertifizierte Naturkosmetik?

Im Ruhrgebiet wird nachhaltige Kosmetik angeboten. Der Super-Bio-Markt in Dortmund stellt neben Biolebensmitteln auch zertifizierte Naturkosmetik bereit. Marken wie Dr. Hauschka, Lavera sowie Weleda sind in Drogerien oder gut sortierten Bioläden erhältlich. Des weiteren findet man auch online deutschlandweit diverse Anlaufstellen für Naturkosmetik:

www.curantus.de

www.pure-schoenheit.de

www.biomazing.eu

www.spatacular.de

www.ecco-verde.de

 
Stand 2020

Foto: Diana Neege Photography

Model: Celine M‘fitu

 
 
 
 
 
 

Foto: Diana Neege Photography, Model: Celine M‘fitu

 

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