Wie groß ist DEIN Fußabdruck?

Wie groß ist DEIN Fußabdruck?

TEXT: Felicitas Speis

Deutschland lebt jährlich mit den Ressourcen von drei Planeten. Dieser Wert ist aber veränderbar. Wie du deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern kannst und deinem Planeten etwas Gutes tust.

Mittwoch. 01.05.2018. Unsere natürlich ver- fügbaren Ressourcen sind jetzt aufgebraucht. Ab heute leben wir hier in Deutschland auf Kosten unserer nachfolgenden Generationen. Unserer Kinder, Enkelkinder und der Menschen im Süden. Würde jeder so leben wie wir, wären drei Erden nötig. In den USA liegt dieser Wert bereits bei fünf Erden. Nur zur Erinnerung: Wir haben bloß eine Erde.

Es müssen also Lösungen her. Um unsere Erde zu schützen und unsere Ressourcen besser einteilen zu können, entwickelten William E. Rees und Matthis Wackernagel 1994 das Konzept des „ökologischen Fußabdrucks“. Dabei wird gemessen, wie viele unserer Ressourcen wir nutzen und wie viele uns tatsächlich zur Verfügung stehen. Der ökologische Fußabdruck steht für unseren Ressourcenverbrauch. Er ist der Indikator der Nachhaltigkeit. Er misst, wieviel Biokapazität, gemessen in Hektar, bereitgestellt werden müssen damit wir sorgenfrei leben können. Mitbedacht werden hier die Flächen, die benötigt werden zur Produktion unserer Kleidung, Nahrung und des Mobiliars. Zudem die Fläche, die wir zum Leben nutzen, unser produzierter Müll und das Binden von freigesetztem Kohlendioxid das vor allem durch Autos und Flugzeuge in die Umwelt gelangt. Es wird berechnet, wie viel Fläche jedem Menschen auf unserem Planeten theoretisch zustehen. Das sind pro Kopf 1,8 Hektar, gebraucht werden mittlerweile jedoch 2,2 Hektar. Der Lebensstandard vieler Länder steigt, ebenso der ökologische Fußabdruck der jeweiligen Bewohner.

Aufteilen kann man den ökologischen Fußabdruck in zwei Seiten: Die Angebots- und die Nachfrageseite. Auf der Angebotsseite berechnet der ökologische Fußabdruck die Flächen unseres Planeten. All unsere Felder, Wälder, Seen, Meere, Wüsten, Straßen und Städte. Berücksichtigt wird die unterschiedliche biologische Produktivität, um auf die Biokapazität der Erde zu kommen. Auf der Nachfrageseite wird berechnet, wie viel Biokapazität wir Menschen nutzen. Hier werden Dinge wie Bauland, Viehzucht und vor allem Energiegewinnung gemessen, denn Wirtschaften benötigt Fläche. Somit kann das Angebot und die Nachfrage miteinander verglichen werden. Die verwendete Einheit in diesem System ist die biologisch produktive Fläche und wird in der Maßeinheit „globale Hektar“ (gha) dargestellt.

Es gibt keinen Planet B

Es gibt wahnsinnige Veränderungen. Vor den 1980er Jahren lebte die Menschheit, ohne alle vorhandenen Ressourcen aufzubrauchen. Erst Anfang der 1980er Jahre fingen wir Menschen an, mehr Biokapazität zu beanspruchen als unsere Ökosysteme dauerhaft bereit stellen können.

Jeder Mensch hinterläßt auf unserem Planeten seine eigene Spur. Die Größe dieser variiert von Person zu Person, von Land zu Land. In Deutschland liegt der Durchschnittswert bei 5,5 gha pro Kopf. Dass dieser Wert nicht so groß sein muss, beweisen andere. Länder wie Rumänien, in denen der ökologische Fussabdruck bei 2,7 gha liegt oder Kolumbien, das einen Wert von 1,9 gha hat.

Seinen eigenen ökologischen Fußabdruck herauszufinden, kann von großem Nutzen sein. Hat man die Werte vor Augen, ist es einfach sein Verhalten anzupassen. Möglich macht das die karitative Organisation „Brot für die Welt“. Auf ihrer Website www.fussabdruck.de kann jeder umsonst und ohne Anmeldung einen Selbsttest machen. Hier kannst du herausfinden, wie hoch dein ökologischer Fußabdruck in den Bereichen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum ist — und ob du unserem Ziel, nachhaltig zu leben, einen Schritt näher kommst. Neugierig geworden? Dann schau jetzt auf www.fussabdruck.de vorbei, mach den Selbsttest und hilf deinem Planeten, du hast nur einen.

Stand 2018

Illustration: Felicitas Speis

 

 

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